Eleker feierten Tag der Verschleppung der Ungarndeutschen im würdigen Rahmen

Am 17. Januar wurde die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen aus Elek veranstaltet. Die Teilnehmer wurden zuerst zum Denkmal der Vertreibung am Eleker Hauptplatz geladen, wo um 9:30 das kurze Gedenkprogramm stattfand. Es sammelten sich etwa 65 Leute, um im eisig kalten Wind an der Festlichkeit teilzunehmen.

Die Teilnehmer
Die Teilnehmer

Nach den Grußworten von Tamás Klemm, dem Präsidenten des Vereins der Deutschen in Elek, wurde zuerst von Frau Erzsébet Kocsis das zum traurigen Thema sehr angemessene Gedicht József Hunyadváris „Emlékezzünk“ vorgetragen.

Die Gedenkrede wurde diesmal von Frau Klára Mester gehalten. In ihrem Vortrag sprach sie über die Ereignisse von damals, als die Leiden der meisten deutschstämmigen Eleker begannen. Hier ist eine deutsche Übersetzung ihrer Rede zu lesen.

Rede von Frau Klára Mester in Elek, 17.01. 2016

„Vielsagend ist der Platz, wo wir stehen. Bis Ende der ’40-er Jahre stand das Gemeindehaus von Elek hier.
Von hier aus ging der Kleinrichter am 2. Januar 1945 in alle Richtungen des Ortes mit Trommelschlag bekannt zu geben, dass alle Frauen von 17 bis 35 und alle Männer von 16 bis 48 Jahren verpflichtet sind, sich zu melden – mit Verpflegung, warmer Kleidung und Bettzeug „für drei Wochen”. Es gehe um eine kleine Arbeit, „malenki robot” – hieß es zuerst. Neun Tage waren sie im eigenen Ort in Sammelstellen eingesperrt, bis sie dann am 11. Januar – zusammen mit anderen aus Gyula, Almáskamarás in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. 970 Personen aus Elek, von denen 105 nie zurückkehren konnten, insgesamt 1903 aus dem Kreis Gyula. Aber auf Grund des Beschlusses 7161 von Stalin am 16.12.1944 wurden – auch aus Rumänien und Serbien – insgesamt 65-66000 Menschen in die Sowjetunion „zur Wiederherstellungsarbeit” verschleppt. Und der 2. Weltkrieg war noch nicht zu Ende!

Hier wurden dann im Frühjahr 1946 auch die Listen ausgehängt, von denen man vernehmen konnte, wer gezwungen war, seine Heimat zu verlassen. Man musste die Wagonnummer hier selbst abholen, und wurde dann – von Ostern bis Mai in sechs Transporten – in das Unbekannte gefahren. Hab und Gut musste hinterlassen werden, nur 80 kg Kleidung, 20 kg Lebensmittel durfte man mitnehmen.

Die Eleker, 4761 Personen, deren Vorfahren vor mehr als 200 Jahren aus einem Sumpfgebiet, aus dem Nichts einen reichen Ort gebaut haben, mussten ihre Heimat verlassen. 900 Häuser blieben leer.

Das Gemeindehaus wurde abgerissen, auf seinen Patz kam das Sowjetdenkmal, „zu Ehren der befreienden Roten Armee”. Als Kind habe ich es oft gesehen, ich bin ja hier geboren, zur Schule gegangen, und habe hier Abitur gemacht.

2001 wurde dann die erste Landesgedenkstätte der Ungarndeutschen, ein Werk von Sándor Kligl – ein herzergreifendes Symbol des Schicksals der Verschleppten und Vertriebenen – hier aufgestellt.
Drei Bauwerke, drei Symbole der blutigen Geschehnisse des 20. Jahrhunderts.

Frau Klára Mester hält ihre Gedenkrede
Frau Klára Mester hält ihre Gedenkrede

Schon als Kind habe ich die Widersprüche der Erklärungen zu diesen Ereignissen gespürt: im Geschichtsunterricht wurde etwas ganz Anderes „serviert”, als was man von den Gesprächen der Erwachsenen vernehmen konnte, die aber einer richtigen Erklärung ausgewichen sind. Man durfte darüber einfach nicht sprechen!

Endlich ist die Zeit gekommen um die Wahrheit kennen zu lernen!

Neulich bin ich auf eine Manuskript vom Lehrer János Ernyei gestoßen. Die pur aufgezählten Tatsachen in seiner Eleker Gemeindekronik helfen uns, die Geschehnisse besser zu verstehen. Ich beziehe mich jetzt nur auf die Jahre 1944-46.

24.03. 1944 wurde Elek von deutschen Soldaten besetzt.
Am 14.06. wurden 16 jüdische Familien deportiert, nur eine, die Familie Schwarz ist zurückgekehrt
21.08. Bombenangriffe in der Gemarkung von Elek
22.09. Zwangsmusterung, „Muss-SS”- keine freiwillige Anmeldung mehr-der Männer bis zum 45. Lebensjahr.
Der letzte Zug fährt in Elek ab.
24.09. Die Rote Armee besetzt Elek als den 1.Ort in Ungarn. Die Folgen sind Plünderungen, Vergewaltigungen.
26.09. Straßenkämpfe, mehrere Tage liegen Leichen auf den Straßen
27.09. Die Radiogeräte werden beschlagnahmt. Keine Verbindung mehr mit der Außenwelt.
06.10. Die Russen rücken voran
10.10. Die Kommunisten nehmen alle Macht in die Hand
20.10. Bürgerwache
24. 10. Russisches Kommando
10.11. Anfang des „robot”-s im eigenen Ort
22. 12. Nationalkomitee
27.12. Russische Volkszählung
01.01.1945 wird Elek durch die GPU-Mannschaft hermetisch abgesperrt.
11.01. Verschleppung in die Ukraine
20.04.-08. 05. 1946 Vertreibung
Eleker feierten Tag der Verschleppung der Ungarndeutschen im würdigen Rahmen weiterlesen

Werbeanzeigen

Meghívó a magyarországi németek elhurcolásának emléknapjára

A 2013-as megemlékezés koszorúi az emlékműnél
A 2013-as megemlékezés koszorúi az emlékműnél

A Magyar Országgyűlés 88/2012. (XII. 12.) OGY határozatával, valamint az azt módosító 103/2013. (XII. 20.) OGY határozatával január 19-ét, az elűzetés 1946-os kezdetének évfordulóját a magyarországi németek elhurcolásának emléknapjává nyilvánította.

Ezzel az Országgyűlés szükségesnek tartotta „méltóképpen megemlékezni a II. világháború végén, valamint az azt követő időszakban a kollektív bűnösség igaztalan vádja és elve alapján üldöztetést, kisemmizést elszenvedő magyarországi német közösség emberi jogokat súlyosan sértő és igazságtalan elhurcolásáról és elűzetéséről”.

Az Eleki Németek Egyesülete és az Eleki Német Nemzetiségi Önkormányzat tisztelettel meghív minden eleki polgártársat az emléknap alkalmából szervezett koszorúzásra, valamint az azt követő szentmisére, melyet az elhurcoltakért ajánlunk fel.

A koszorúzás helye és ideje:

Kiűzetési emlékmű, 2016. január 17. 09.30 óra

A szentmise helye és ideje: Római katolikus templom, 2016. január 17. 10.00 óra