Mitte in der Fasta 2017

Die diesjährige Mitte in der Fasta wurde am 22. März gehalten. Von nah und fern sammelten sich die Gäste und Mitglieder des Vereins bereits gegen drei Uhr am Nachmittag im Leimen-Haus.

Das Brechen des Fastens zur Mitte war früher ein Brauch der jungen Männer im Dorfe, die an diesem Tage zuerst von Haus zu Haus zogen, die Mädchen zur Herausgabe von Eiern aufforderten, und danach an einem vorher festgesetzten Ort ein gemütliches Beisammensein mit etwas Gesang, Musik, Wein und „Aareschmolts“, also Rührei, organisierten. Nach dem Fest zierte man den Dorfbrunnen mit einer Eierschalenkranz. Diesen Brauch setzt der Verein der Deutschen in Elek jedes Jahr zur Mitte der Fastenzeit fort.

Das Zieren des Dorfbrunnens mit Eierschalen ist heute noch Gebrauch in der fränkischen Urheimat der Eleker.

>>>>> NEU! ElekTV machte eine Aufnahme, die auf Youtube zu sehen ist:

Nach dem Ausblasen der Eier wurden aus den Schalen die Kränze gemacht. Gegen 16 Uhr waren die damit beauftragten Damen des Vereins, Erzsébet Kocsis, Gabriella Nagy, Dorottya Ottlakán und Veronka Durst mit dem Kochen vom „Aareschmalz“ fertig.

Aareschmolts kochen 2017 die Frauen Erzsébet Kocsis, Veronka Durst und Dorottya Ottlakán.
Aareschmolts kochen 2017 die Frauen Erzsébet Kocsis, Veronka Durst und Dorottya Ottlakán.

Danach zog der Vereinsvorsitzender Klemm mit der Puza-Puppe und dem  von den Vereinsdamen aufgetragenen Rührei in den Saal, um den traditionellen Spruch zu diesem Anlass vorzutragen wie folgt:

Haind is mita in dr fasta,
Trecht mr ti putza ivrs wasr*.
Ar raus, tr pfar is haus,
Schnitz raus, tr pitz is haus!
Huja kakali raus!

Unsr putza is kor oarich kreunk,
Wil a pisla araschmolz esa!
Wasrsupa is koar nit kuad,
Araschmolz is pesr,

Ist mr mid kawl und lefl.
Ti kawl had a ear,
Min lefl trwischt mr mear!
Huja kakali raus!“

Nach dieser Einleitung erzählte Tamás Klemm den Neulingen der Rituale die Geschichte des Brauches „Mitte in der Fasta“ sowie die Ereignisse in den 1930er Jahren, als die damalige Statue des Dorfbrunnens durch die feiernde Jugend versehentlich zerbrochen wurde. Seitdem haben wir als Wiedergutmachung der damaligen „Täter“ statt der früheren Neptun-Figur das „Eleker Mädchen“ auf dem Brunnen, welches auf Grund eines Fotos verfertigt  wurde (Näheres zur Figur des Dorfbrunnens in Eleker Tracht  siehe hier).

Die Jugendtanzgruppe unter Leitung von Gabriella Nagy trug ein schönes Programm vor, während sich die Gäste bereits vom leckeren Essen ernährten.

Das Programm der Kindertanzgruppe
Das Programm der Kindertanzgruppe

Nach dem Abendessen gingen alle Teilnehmer zur Statue und die Eierschalenkränze wurden der Mädchenfigur um den Hals gehängt.

Lehrerinnen und Schülerinnen um und auf dem Brunnen.
Lehrerinnen und Schülerinnen um und auf dem Brunnen.

Diese Aufgabe wurde diesmal vom Schüler und Mitglied der Tanzgruppe Tamás Zsóri übernommen.

Tamás Zsóri hängt den Eierschalenkranz um den Hals der M¨ädchenfigur
Schüler Tamás Zsóri hängt den Eierschalenkranz um den Hals der M¨ädchenfigur

Nach der Zierung mit dem Kranz wurde noch ein Gruppenbild der anwesenden Leute aufgenommen. Danach ging man noch zurück in das nicht fern liegende Vereinshaus zu einem Gespräch. Bereits gegen 19 Uhr verabschiedete man, und alle gingen mit einer Erinnerung eines gelungenen Festes nach Hause.

Gruppenbild MidF 2017
Gruppenbild MidF 2017

Vom Ereignis wurden zahlreiche Fotoaufnahmen gemacht. Da von ELEKTV auch ein Video aufgenommen wurde, wird hier bald auch ein Kurzfilm auf Youtube verlinkt.

Einen Schatten auf unser Fest warf der tiefst bedauerliche Unfall unseres langjährigen Mitglieds Erzsébet Vízi in der Küche, die dort urplötzlich gefallen war und danach mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Wir bedauern den Vorfall, und wünschen Erzsébet baldige Genesung!

Fotos und Text: Tamás Klemm

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